Mein Weg in die Welt des professionellen Sprechens.

Ich werde oft von Kunden, Freunden und Bekannten gefragt, wie ich eigentlich zum Sprechen gekommen bin. Auf diese und weitere Fragen rund um den Einstieg in die Sprecherwelt will ich in meinem ersten Blogbeitrag eingehen. Als ich 2010 den Entschluss fasste, die Welt des Sprechens zu betreten, und Sprecher für Werbung zu werden, machte ich mich zunächst auf die Suche nach einem Sprecherzieher aus der Region. Die Kosten für 45 Minuten Unterricht liegen bei ca. 45-75 Euro. Die meisten Sprecherzieher bieten eine Probestunde an. So konnte ich entspannt entscheiden, ob ich mir eine Ausbildung über einen längeren Zeitraum mit dem Sprecherzieher vorstellen kann. Mein Sprecherzieher heißt übrigens Thomas Hoffmann, kommt aus Leipzig und hat eine Webseite www.verbalis.org. Thomas hat in der 2. Stunde gleich mal eine Aufnahme mit mir gemacht, um die „hoffentlich eintretenden“ Erfolge dokumentieren zu können. Ich bin nicht gerade stolz drauf, aber jeder fängt mal an und das klang bei mir damals so:

Sprechen ist eine sehr intime Sache, man muss sich dem Lehrer öffnen und da sollte auf jeden Fall die Chemie stimmen. 2 Jahre lang nahm ich wöchentlich 2 Stunden Unterricht – der Rest war reine Fleißarbeit. Der kleine Hai  – die Kunst des Sprechens gehört dabei zu den bekanntesten Büchern.

Mittlerweile gibt es allerdings auch schon APPs zum Sprechen lernen…

Wie man Werbung spricht oder eine spannende Dokumentation erfährt man hier allerdings nicht, in dem Buch geht es eher um Geläufigkeitsübungen, Atemtechnik und um das grundsätzliche Verständnis des Sprechens. Ich absolvierte dann noch eine Art Aufbaukurs bei der Sprecherzieherin Henriette Gonnermann in Berlin, die selbst Schauspielerin und eine hervorragende Lehrerin ist. Bei Ihr ging es dann mehr um den Inhalt der gesprochenen Worte. Eine klare und dialektfreie Aussprache sollte allerdings für angehenden Sprecher für Werbung etc. Grundvoraussetzung sein. Bei mir ist es z.Bsp. so, dass ich im „normalen“ Leben weiterhin einen sächsischen Dialekt habe, denn der ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Manchmal fragen Kunden am Telefon, ob ich dann auch in ihrer Aufnahme „sächsle“ – Aber keine Angst, vorm Mikro habe ich keinen Dialekt:-) Nun da ich das Handwerkszeug besaß, sollte es auch jeder Wissen und ich begann mit der Erstellung meiner ersten Homepage, die damals mein Freund Uwe Thoma, der später selbst als Sprecher für Werbung, Erklär- und Imagefilme Unterricht bei Thomas Hoffmann nahm, erstellt wurde. Zeitgleich recherchierte ich im Internet nach diversen Sprecheragenturen, Film und TV Produktionsfirmen, die m.E. nach Bedarf an neuen Stimmen für Werbung usw. haben. In meinem eigenen Studio produzierte ich dann diverse Soundbeispiele, die ich dann an verschiedenste Firmen verschickte. Das Feedback auf meine Sprecherdemos war durchweg positiv, bis sich daraus allerdings der erste bezahlte Job entwickelte, dauerte es nochmal eine ganze Weile. Meine Sprecherziehung bei Henriette Gonnermann lief trotzdem wöchentlich weiter. Wer vorhat, seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit dem Sprechen von Werbung, Image und Erklärfilmen zu verdienen, braucht einen langen Atem und viel Disziplin denn die Konkurrenz schläft nicht. Ein Kollege hat mal vor ein paar Jahren einmal gesagt: “Wir Sprecher haben jeden Tag mündliche Prüfung  und dazu gehört auch ein wenig Aufregung vor jeder Produktion, die für die nötige Konzentration sorgt.“ Und so ist heute noch bei mir – bei jedem Sprecherjob frage ich mich, ob der Kunde zu 100% zufrieden ist.